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Ausstellung als Gastspiel im ZADIK

Die kurze Existenz des Kölner Off-Space von Haro Lauhus

01.10. bis 30.11.2026 im ZADIK

Einrichtungslogo

„ICH FORDERE ZUR KOMPROMISSLOSEN AUSEINANDERSETZUNG MIT DER KUNST AUF.“

Noch in Ermangelung einer genauen Bezeichnung für das, was der Künstler und Fotograf Haro Lauhus Mitte 1961 in Köln ins Leben gerufen hat, sprach die Presse damals von „einer Art ‚offenen Tür‘ internationalen Zuschnitts“ und versuchte es mit dem Begriff der „Mehrzweckgalerie“. Gemeint sind die nicht-kommerziell betriebenen Räumlichkeiten, die Lauhus in der Kölner Altstadt als Off-Space den Künstlern im Avantgarde-Netzwerk zwischen Köln, Paris, London, Wien und Amerika als Ereignisraum für ihre musik- und ereignisbasierten Werke – heute spricht man von Performance Art – zum Teil in spontanen Aktionen, zur Verfügung gestellt und sie untereinander in Kontakt gebracht hat: Benjamin Patterson, Wolf Vostell, Mimmo Rotella, Daniel Spoerri, Cornelius Cardew, Christo, John Cage und schließlich Otto Muehl.

Neuere Recherchen und Dokumente zeigen Haro Lauhus indes als einen europäischen Ausstellungspionier, der unter dem Radar des damals anders ausgerichteten Kunstsystems arbeitete und aufgrund des ihm zugeschriebenen Labels einer „Galerie“ bis heute wenig Wertschätzung erfährt. Als jemand, der wagemutig auf die spezifischen Züge und Zukunftsorientierungen der damaligen Situation mit den sich am Horizont zeigenden neuesten hybriden, „hässlichen“, „schmutzigen“ und alltagsorientierten Strömungen in der Avantgardekunst reagierte und Anerkennung für seine Offenheit von den Künstlern bekam, allerdings nach nur fünf Monaten seine für alle Experimente offenen Räume nicht mehr am Leben erhalten konnte.

Neben einem Einblick in ein größeres Publikationsvorhaben von Dr. Wilfried Dörstel zu Haro Lauhus’ Off Space/“Galerie“ vermittelt die Ausstellung im Intermezzo-Raum des ZADIK als erste Ausgabe der neuen Ausstellungsreihe „Gastspiel im ZADIK“ anhand von ausgesuchten Dokumenten aus dem Nachlass von Lauhus, dem Kölner Archiv AL, einen Einblick in dessen Bestand und Historie, der zusammen mit ergänzenden Recherchen in der kommenden Publikation als Orientierungsreferenz und Grundlegung dient. 

Kurator: Dr. Wilfried Dörstel

Vernissage | 01.10.2026, 19 Uhr | Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung im ZADIK begrüßt apl. Prof. Dr. Nadine Oberste-Hetbleck (Direktorin ZADIK). Dr. Wilfried Dörstel gibt als Kurator eine Einführung in die Themen der Präsentation. Im Anschluss lädt das ZADIK zu einem Empfang ein.

Über die Ausstellungsreihe „Gastspiel im ZADIK“:
Im Rahmen der neuen Ausstellungsreihe lädt das ZADIK andere Archive zu Gast in seinen Intermezzo-Raum ein und möchte teilweise noch unbekannte Archive aus Privatbesitz oder aus anderen Institutionen vorstellen, die kunstmarktrelevante Dokumente umfassen. Mit den Präsentationen sollen neue Perspektiven und Forschungsmöglichkeiten eröffnet werden. Während der zweimonatigen ‚Residenz‘ können die externen Archive in den Dialog mit den Beständen des ZADIK treten und neue Kontexte sichtbar werden lassen.